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Menschenrechtspreis 2013: für den Kampf gegen Homophobie

Der Internationale Nürnberger Menschenrechtspreis geht 2013 an die Uganderin Kasha Jacqueline Nabagesera (geb. 1980).

Die Uganderin Kasha Jacqueline Nabgesera tritt als Menschenrechtsaktivistin für die Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transsexuellen (LSBT) und die Verbesserung von deren Lebensbedingungen in Uganda ein. Seit ihrem 21. Lebensjahr setzt sich Kasha Jacqueline Nabageserafür die Rechte von Homosexuellen in Uganda ein und arbeitete am Aufbau einer starken Schwulen- und Lesbenbewegung mit. Nachdem sie von mehreren Schulen verwiesen worden war, erlernte Kasha den Beruf der Buchhalterin, beschloss aber, im Anschluss daran, Jura zu studieren und erwarb einen Abschluss im Fach Menschenrechtsgesetzgebung. Ausgerüstet mit dieser Qualifikation hat sie Hervorragendes im Einsatz für die Menschenrechte geleistet.

In den letzten vier Jahren hat sie immer wieder auf internationalen Foren gesprochen und die schwierige Lage – vor allem lesbischer Frauen – in ihrem Heimatland hervorgehoben. Vielleicht wichtiger ist jedoch, dass Kasha den Mut hatte, in Uganda im nationalen Fernsehen aufzutreten und sich als einer der ersten homosexuellen Menschen in Uganda öffentlich zu diesem Thema äußerte. Ebenso hat sie Presseerklärungen für die Lesben- und Schwulen-Gemeinschaft herausgegeben und in verschiedenen Radiosendern zum Thema gesprochen.

Sie prangerte die von den Medien betriebene höchst gefährliche Homophobie an, als sie und zwei andere Aktivisten beim Obersten Gericht von Uganda eine Zeitung namens „Rolling Stone“ verklagten, in der am 2. Oktober 2010 dazu aufgerufen worden war, Homosexuelle aufzuhängen. Nach der Meldung (über die Urteilsverkündung) wurde ihr Mitstreiter und Schwulenaktivist David Kato Opfer eines Mordanschlags.

Kasha Nabagesera gründete die Organisation Freedom and Roam Uganda (FARUG), die innerhalb der Bewegung für LSBT-Rechte ihren Kampf für die Rechte von marginalisierten Gemeinschaften unterstützen soll. 2007 sprach sie auf dem Weltsozialforum in Nairobi vor 60.000 Menschen und forderte weltweit Toleranz und Respekt für Homosexuelle. Die Konsequenz ist, dass sie Opfer zahlreicher gewalttätiger Angriffe wurde. Sie wechselt außerdem seither ständig ihren Wohnsitz, weil sie fürchtet sonst nicht sicher zu sein.

Sie hat stets unermüdlich darauf hingewiesen, dass in Uganda internationale Vereinbarungen, die das Land ratifiziert hat, von der Regierung nicht umgesetzt werden. In vielen afrikanischen Staaten stehen sowohl Regierung als auch Gesellschaft LSBT-Problemen sehr feindselig gegenüber, aber Kasha Nabagesera lässt sich davon nicht einschüchtern.

Das ugandische Parlament debattiert, besonders verstärkt seit 2011, über Gesetzesvorschläge, die die Homosexualität kriminalisieren und unter Strafe stellen, bis hin zur Todesstrafe. Deswegen wird insbesondere die Arbeit von FARUG von der Regierung stark behindert, zum Beispiel durch die gewaltsame Beendigung einer Parade „Gay and Pride“ im Jahr 2012. Außerdem wurde wiederholt die Forderung laut, Kasha Nabagesera ins Gefängnis zu stecken.

Der Preis wird Ende September 2013 verliehen – am gleichen Tag findet die Friedenstafel statt.

Quelle: www.nuernberg.de/

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Autorin: Else

Veröffentlicht am: Montag, Oktober 22nd, 2012 um 21:30

Kategorie: Politik

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