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Blog über lesbisches und queeres Leben in Nürnberg

Dagmar Fink: Queere Sprache_muss sein

 

FR, 30.11.2012, 19.30 Uhr, Vortrag: Dagmar Fink: Queere Sprache_muss sein

Ein zentrales Projekt queer_feministischer Bestrebungen war und ist die Denaturalisierung von Zweigeschlechtlichkeit und Heterosexualität sowie die Repräsentation alternativer Existenzweisen. Ein Projekt, für das Sprache von großem Gewicht ist. Denn auch wenn in queeren und Trans-Kontexten fortwährend neue Bezeichnungen für geschlechtliche und sexuelle Existenzweisen ‚gefunden’ werden, kennt unsere Sprache nur zwei Artikel sowie die zwei darauf bezogenen Wortendungen. Auf dieser Ebene reproduzieren wir daher pausenlos eine binäre Geschlechterordnung. Selbstverständlich wurden auch hierfür bereits Alternativen erdacht, die sich bislang allerdings nur begrenzt durchsetzen konnten.

Beginn: 19:30 ***   Ort: KunstKulturQuartier, 1. Stock Seminarraum

Auch in der feministischen Science Fiction werden nicht nur hegemoniale Geschlechterordnungen problematisiert, sondern auch Alternativen erkundet. Das Genre kann diesbezüglich als Experimentierfeld verstanden werden, das es ermöglicht, eher abstrakte Geschlechterkonzeptionen in eine fiktive Realität umzusetzen. Melissa Scotts Roman Shadow Man (New York, 1995) beispielsweise beschreibt das Spannungsfeld, in einer Gesellschaft zu leben, die genau zwei Geschlechter und eine Form der Sexualität an/erkennt und gleichzeitig in dieser Ordnung nicht aufzugehen als das Aufeinandertreffen zweier Welten mit unterschiedlichen Geschlechterordnungen. Die alternative Welt des Romans unterscheidet mehr als zwei Geschlechter, für die es eigene Bezeichnungen und Pronomina gibt. Auf der Ebene der Sprache wird also die Einteilung von Geschlechtern und Sexualitäten in eine binäre Ordnung nicht wiederholt. Dass dies keine semantische Spielerei, sondern vielmehr eine nachhaltige Intervention in die symbolische Ordnung ist, möchte ich an diesem Abend diskutieren.

Referentin:
Dagmar Fink ist Kulturwissenschaftler_in, Übersetzer_in vorwiegend theoretischer Texte im queer_feministischen Kollektiv gender et alia und außerdem eine der beiden Betreiber_innen von Klar & Deutlich. Studio für wissenschaftliches Lektorat. Seit 2000 unterrichtet sie an verschiedenen Hochschulen in Österreich und Deutschland, vorwiegend im Rahmen der Gender Studies.

 

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Autorin: Janosch

Veröffentlicht am: Freitag, November 2nd, 2012 um 11:31

Kategorie: Politik

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